Hintergrund

Fritz Mauthner - der vergessen Chronist des Atheismus

von Clara & Paul Reinsdorf

Fritz Mauthner (1849-1923), Schriftsteller, Verfasser einer vierbändigen Geschichte des abendländischen Atheismus und Vorläufer Wittgensteins als sprachkritischer Philosoph, ist vielfach nur noch einem Spezialpublikum bekannt. Dabei gilt seine Auseinandersetzung mit dem Wesen der Sprache in aufgeklärten Kreisen noch heute als richtungsweisend. Und seine historischen Arbeiten zur Ideengeschichte atheistischen und ketzerischen Denkens bestechen durch eine Gelehrsamkeit, der nur wenige Forscher auch nur nahe kommen. [weiterlesen]


 

Ungehorsam gegen Gott und Staat

von Clara & Paul Reinsdorf

“Du willst Sprachkritiker sein und denkst an Deutschland” – Enttäuschung und Ärger schwangen mit in den Worten, mit denen sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs Gustav Landauer (1870-1919), der Anarchist, Pazifist und später Teilnehmer an der Münchner Räterepublik, an seinen zwanzig Jahre älteren Freund Fritz Mauthner wandte. Seit 1889 kannten und schätzen sie einander; aus einer literarischen Zusammenarbeit war eine enge Freundschaft geworden, die nun zu zerbrechen drohte. Denn Mauthner, der Sprachkritiker, der Religionskritiker, der Chronist des Atheismus, befürwortete den Krieg. [weiterlesen]


Mauthner, der sprachkritische Atheist: ein Leseabenteuer

von Clara & Paul Reinsdorf

Für Fritz Mauthner, geboren 1849, bedeuten die Jahre nach 1918 eine Veränderung seiner Lebenssituation. Der Weltkrieg ist verloren, sein anarchistischer Freund Gustav Landauer, “Volksbeauftragter” in der Münchener Räterepublik, lebt nicht mehr (vgl. MIZ 2/09). Auch sein Stern als gefeierter Schriftsteller und Feuilletonist sinkt, dazu kommen gesundheitliche Probleme. Trotzdem nimmt Mauthner ein weiteres Projekt in Angriff: die Geschichte des abendländischen Atheismus. Das Unterfangen gerät zum Wettrennen gegen die Zeit.  [weiterlesen]